Auf offenen Flächen mit dreißig oder mehr Arbeitsplätzen summieren sich Telefonate, Meetings und Laufwege zu einem Dauerpegel, der ohne akustische Struktur ungebremst über die gesamte Fläche wandert. Einzelne Absorber ändern daran wenig – wirksam wird erst ein Zonierungskonzept, das Teamflächen, Verkehrswege und Rückzugsorte akustisch voneinander trennt. Dafür kombinieren wir Deckensegel über den Arbeitszonen, freistehende Raumteiler zwischen den Teams und Wandabsorber entlang der Fassaden- und Flurachsen, alles gefertigt aus recyceltem PET-Fiber in unserer Manufaktur in Kempten. Das Ergebnis ist eine Fläche, die Zusammenarbeit zulässt und konzentriertes Arbeiten trotzdem schützt.
Warum Lärm im Großraumbüro anders entsteht als im Einzelbüro
Offene Flächen haben keine Wände, die Schall aufhalten – jede Schallquelle erreicht ungehindert weite Teile des Raums, und die harte Deckenfläche trägt sie zusätzlich. Hinzu kommt ein Verstärkungseffekt, der aus Callcentern bekannt ist: steigt der Grundpegel, sprechen alle lauter, was den Pegel weiter hebt. Zonierung durchbricht diese Spirale an zwei Stellen. Deckensegel über den Teamzonen nehmen den Schall dort auf, wo er entsteht, bevor die Decke ihn über die Fläche verteilt; mit rund 200 Millimetern Abhängung absorbiert die beidseitig wirksame PET-Fiber-Platte nach unseren Messwerten etwa 95 Prozent des auftreffenden Schalls. Raumteiler unterbrechen zusätzlich den direkten Schallweg zwischen den Zonen auf Ohrhöhe. Welche Maßnahmen gegen einzelne störende Schallquellen am Platz selbst wirken, beschreiben wir gesondert unter Lärm im Büro reduzieren. Die Auslegung je Zone erfolgt bei uns grundsätzlich auf Basis einer Messung, nicht nach Katalogwerten. In der Praxis kombinieren wir beide Ebenen fast immer, gewichten sie aber je nach Messbild unterschiedlich – dichte Telefonzonen anders als ruhige Sachbearbeitungsbereiche.
Großraumbüro akustisch zonieren – Raumteiler, Deckensegel, Rückzugsorte
Funktionierende Zonierung folgt der Arbeitsweise der Teams, nicht dem Möbelkatalog. Wir nehmen bei der Begehung auf, wo telefoniert, konzentriert gearbeitet und spontan abgestimmt wird, und legen die akustischen Grenzen entlang dieser realen Nutzung. Freistehende Raumteiler aus 25 Millimeter starkem PET-Fiber lassen sich versetzen, wenn Teams wachsen oder umziehen – ein Vorteil gegenüber fest verbauten Systemen, gerade in gemieteten Flächen. Rückzugs- und Fokuszonen erhalten dichtere Absorberbelegung an Wand und Decke, sodass dort spürbar mehr Ruhe herrscht als auf der übrigen Fläche. Verkehrswege bleiben bewusst unbelegt, damit Bewegung und kurze Zurufe die Arbeitszonen nicht erreichen. Gefräste Konturen, Farbwechsel je Zone und integrierte Logos machen die Struktur zugleich sichtbar und erleichtern die Orientierung auf großen Flächen. Für Besprechungsinseln und verglaste Meetingboxen innerhalb der Fläche gelten eigene Anforderungen, die wir unter Akustik im Besprechungsraum erläutern. Wächst die Fläche später oder ziehen Abteilungen um, lassen sich die Zonen mit denselben Elementtypen neu schneiden, ohne dass das akustische Gesamtkonzept neu aufgesetzt werden muss.



















